Donnerstag, 20. September 2007
Ich überlege gerade sehr intensiv, wann ich das letzte Mal einen Brief geschrieben habe, also so richtig mit Briefmarke und allem. Ich glaube, es war dieses Jahr im März, als die Rabea ein Paar Ohrringe von mir bekam.
Bis auf 6 Kärtchen sind alle Save-the-Date Karten adressiert und frankiert. Und zwar schon seit zwei Tagen. Seit zwei Tagen liegen die hier rum und warten darauf, dass sie jemand in einen Postkasten wirft.
Wenn man nur wüsste, wo einer wäre…
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Sonntag, 16. September 2007
Save the Date Karten sind ja eigentlich ein amerikanischer Brauch. Vor der Einladung wird schon mal eine Warnung verschickt, damit frühzeitig geplant werden kann.
Unsere Save the Date Kärtchen haben wir bei postalo.de drucken lassen. Die Qualität ist super geworden und auch der Preis stimmte. Und fix waren die: Mittwoch per Vorkasse bezahlt, Freitag die gedruckten Karten im Briefkasten. Das muss man erstmal nachmachen!
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Sonntag, 16. September 2007
Einladungen verschicken hört sich locker-flockig an, bis einem klar wird, dass man tatsächlich keine einzige postalische Adresse hat, bis auf die der Eltern, aber das gilt nicht, weil man da mal gewohnt hat.
Man hat Handynummern, eMail-Adressen, Messengerkontakte, Einträge in diversen Social-Community-Plattformen, aber postalische Adressen… hm.
Mamas haben sowas. Mamas haben gutgefüllt Adressbücher. Also 20 Minuten mit jeder Mama telefoniert, um die derzeitigen Aufenthalte der Familie zu ermitteln.
Kollegen? Openbc! Wenn jetzt noch alle auch ihre privaten Adressen freigegeben hätten…
Telefonbuch.de kann man komplett in die Tonne treten. Die würden noch nicht mal jemanden finden, der direkt davor steht und Grimassen zieht.
Letzte Chance: selber fragen.
Jetzt haben wir bis auf 10 Adressen alle zusammen. Nach der 80/20 Regel brauchen wir für diese 10 Adressen ein halbes Jahr.
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Samstag, 15. September 2007
Es gab einen offiziellen Antrag und zwar von mir. Per SMS.
Das hört sich übel und pragmatisch und sehr unromantisch an, war aber tatsächlich sehr lieb.
Der Ralf weilte auf den Seychellen, und zwar ohne mich. Ich hatte keinen Urlaub bekommen und fror im Januar 2006 ganz allein und einsam im unwirtlichen Deutschland. Das Bett war leer, man selbst war kalt und vermisste ganz schrecklich.
Irgendwann morgens dachte ich mir nach dem Aufwachen, dass man jemanden, den man so vermisst, nicht wieder auskommen lassen sollte. Ich schrieb die schicksalshafte SMS und bekam um Mittag herum positiven Bescheid.
Meine Kollegen haben sich nicht schlecht gewundert über den plötzlichen Launenwechsel.
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Samstag, 15. September 2007
Wir haben offiziell die Ringe getauscht und zwar auf der Yahoo Search Party im Februar 2006.
Die Ringe wurden bei eBay gekauft.
Wir sind halt Onlinekinder. Was soll man machen.
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Samstag, 15. September 2007
Insgesamt haben wir uns vier Locations angeschaut:
Das Lola Montez Haus
Das Bamberger Haus
Das Seehaus im englischen Garten
Das Restaurant am Chinesischem Turm
Darüber hinaus hatten wir noch einige Kandidaten bei munich-eventlocations.de angeschrieben, von denen sich aber nur einer zurückgemeldet hatte. Die waren aber so weit draußen, dass wir nicht zum Probeessen mit der S-Bahn hinkamen.
Ganz, ganz toll fand ich auch das Botanikum, aber das waren uns zu teuer. Man muss ja auch bedenken, dass ein Restaurant direkt an einem verdient und somit die Raumkosten in der Regel niedrig bleiben oder an den Umsatz gekoppelt sind. Beim Botanikum hätten wir noch den Caterer zahlen müssen - und wir stellen uns kein Buffet mit Pommes Schrank, Hendel und Papas Kartoffelsalat vor.
Zurück zur Sache.
Das Lola Montez Haus ist großes Kino. Zwei Stockwerke, den Garten kann man dazu nehmen, unheimlich urig eingerichtet und wirklich was besonderes. Man ist ganz unter sich, hat keinen Restaurantbetrieb nebenher. Dazu kommt, dass Herr Wiedemann und sein Team mit großer Sachkenntnis und ungeheurer Motivation weiterhelfen. Mir gefiel auch das “Arme Leute Buffet” sehr. Ich meine, Schmalzbrote und G´röstel ist wirklich was spezielles. Das hat nicht jeder. Den Garten kann man mit einem Zelt und Lampions herrichten lassen.
Leider, leider, leider passen ins Lola Montez Haus maximal - und wirklich maximal - 70 Leute. 50 ist ideal. Nach langer Diskussion war klar - Da kommen wir leider nur hin, wenn wir entweder Familie oder Freunde komplett ausladen. Beides war keine Option.
Trotzdem hat Herr Wiedenmann uns einen Schirm geschenkt bei der Besichtigung, weil es aus Eimern schüttete.
Vielleicht können wir ja unseren dreißigsten Geburstag da feiern?
Im Bamberger Haus wurden wir von Sunayna Bacon zunächst telefonisch beraten. - Note to self - ich muss sie das nächste Mal dringend fragen, woher der Vorname kommt.
Auf meine misstrauische Frage, ob denn noch Serviettengeld, Servicestunden, Miete für Kerzenständer, Pauschalen für Teller, Überstundenvergütung und sonstige Kleinigkeiten im fünfstelligen Bereich anfallen würden, versicherte sie mir fröhlich und glaubhaft, dass der genannte Preis tatsächlich gelten würde.
Wir testeten das Essen und den Service zusammen mit Andy und ich war verliebt. Ich mochte das Haus, ich mochte den Park direkt vor der Tür, ich mochte alles und ich wollte dahin.
Leider gab es die ein oder andere Terminschwierigkeit. Tatsächlich hatten die ersten Leute bereits im Januar (Im Januar, also 01/07, de facto 19 MONATE IM VORAUS gebucht. Dezent einsetzende Panik.) Glücklicherweise konnte sie noch einen Termin freischaufeln. Nicht unseren Wunschtermin, aber einen Termin, der ging. Ich musste ja auch immer die Schulferien in NRW mit berücksichtigen, sonst hätte meine gesamte Familie nicht antreten können.
Der chinesische Turm disqualifizierte sich - trotz exzellentem Essen - mit einer eher langsamen Bedienung.
Das Seehaus hätte ich theoretisch gut gefunden. Man kann dort den Pavillon mieten und auch die Umgebung ist sehr hübsch mit dem Kleinhesseloher See direkt davor. Das Essen ist gut, die Preise ok, die Bedienung fix und bemüht. Tatsächlich müsste man aber um frische Luft zu schnappen über die Terasse wandern, wo der normale Restaurantbetrieb stattfindet. Das ist weniger cool.
Alternativ hatten wir noch den Alten Hof neben dem Dallmayr Café im Auge, oder die Alte Münze an der Residenz. Das wäre auch hübsch symbolisch gewesen, weil wir ja in der Lounge an der Alten Münze damals Ringe getauscht haben. Mir persönlich wurde es aber langsam zu heiß. Schließlich hatte ja die Mehrzahl der Münchener Brautpaare bereits im Januar (Im Januar, also 01/07, de facto 19 MONATE IM VORAUS gebucht. Dezent einsetzende Panik.) ihre Termine fix gemacht. Außerdem war ich verliebt ins Bamberger Haus.
Wir unterschrieben. Sonst wäre man am Ende noch im Augustiner geendet.
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Samstag, 15. September 2007
Das mit den Terminen ist ja schon schwierig. Der jetzige ist der vierte, den wir anvisieren. Diesmall soll es aber klappen. Das haben wir uns fest in die Hand versprochen.
Den ersten haben wir direkt nach der Verlobung ins Auge gefasst, in der ersten aktionistischen Phase. Lektion Nr. 1: Aktionismus und Hochzeit passen überhaupt nicht zusammen.
Im September 2006 sollte es sein. Auf der Hochzeitsmesse in Unterhachingen sind die anwesenden Restaurants fast vor Lachen zusammengebrochen:
Im September? Diesen Jahres? Und Ihr habt noch keine Location? Wollt Ihr im Biergarten feiern, oder was?
Hm. Tja. Eigentlich… Nö.
Großer Plan: Standesamtlich Unna, kirchlich in Zittau. Passt auch sehr gut, weil man im Standesamt München bestimmt ne Nummer ziehen muss. Die große Geschichte mit dem Pastor in Zittau muss ich ein anderes Mal erzählen.
Termin No 2: Im April 2007 überkam uns ein weiteres Mal ein Anfall. Diesmal schafften wir es mit allen Papieren bis ins Standesamt, um den Existensberechtigungsschein gegen den Ehebefähigungsschein auszutauschen. Die lustige Geschichte mit dem Standesamt in Unna erzähle ich ein anderes Mal. Der Samstagstermin im Juli platzte jedenfalls mit lautem Knall.
Termin No 3: Im August 2007 stellten wir fest, dass unser Ehebefähigungsschein noch exakt bis zum 23. September gültig war. Jetzt aber hurtig! Unverdrossen wurde der 17. September ins Auge gefasst, im Standesamt fixiert und den Eltern und sonstigen Familienmitgliedern mitgeteilt.
Worauf Ralfs Schwester schüchtern vermeldete, dass dieser Termin arg ungünstig wäre. Sie hätte an dem Tag ihre Abschlussprüfung.
Na gut, einen Monat vorher die Pferde scheu machen ist auch hart.
Jetzt also alles anders. Im Juli 2008. Und diesmal gibt es kein Zurück!
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